Freitag, 16. Mai 2008

Why you see yourself always in another way as your friends do?

20:20. 20 Minuten zu spät. Ich sage
„Gottverdammt, ich weiß ganz genau wo die Holzmarktstraße ist.“
Er sagt
„Whatever, ich mache Google maps an.“
Es wird sich herausstellen, dass wir in die völlig falsche Richtung laufen und allein der Punkt, dass ich in den Straßen, in denen ich mich Status quo nicht auskenne, aufwuchs, treibt mir die Röte in mein von tiefen Augenschatten gezeichnetes Gesicht.
„Wir müssen umdrehen.“
„Ach ja stimmt, dann weiß ich aber echt wie es weitergeht.“
„Ich lasse Google maps dann mal an, ne…“
Eine Zigarette später packe ich meine Selbstachtung beim Schopfe und spreche
„Ey, du weißt doch, normalerweise bin ich total organisiert!“
Und er wird sagen, was mich für die ersten Sekunden zwar schockiert, mich danach aber die verklebten Augen öffnen lässt.
„Stäv. Du hast bisher alle Klischees erfüllt, die ich im Vornherein für dich erstellte.
Du bist verplant, ohne Organisation, chaotisch und selbst wenn du überzeugt bist, etwas ganz genau zu wissen, liegst du meilenweit daneben!“
Er lächelt mich an. Bestimmt, aber herzlich.

Und ich dachte immer, ich wäre die Reinkarnation des Perfektionismus.




Freitag, 2. Mai 2008

Just be my boy

Weite Hosen latschend über ein Beet voll Rosen
Nicht ohne mir vorher eine gepflückt zu haben
Oh was habe ich für ein Glück
Was habe ich für ein Glück
Kleidung unauffällig, doch nicht minder schick
Mit großem Gefühl für den Understatement Trick
Immer cool, immer lay down, immer gechillt
Mit einem Blick, der Sehnsüchte stillt
Hände, die sich über einen legen
Voll Schutz stundenlang hegen
Selbstlos gibt er seinen Segen
Und seine Kopfhörer blitzen unter der Kapuze hervor
Nur die allerbeste Musik erreicht sein Ohr
Wie er mit der Zigarette um die Ecke kurvt
Wie erhaben er zum Bahnhof schlurft
Was für ein wunderschöner Mann
Wann werde ich ihn wieder sehen?
Wann
Wann
Und wann
Was wird geschehen?
Dann
Dann
Und dann

Spasmism

Er will sie ganz
Und bekommt nur einen letzten Tanz
Er will sie küssen
Die wunderschönsten Lippen
Doch er wird sie ziehen lassen müssen
Er will ihre Hand halten
Und muss auf unbeeindruckt schalten
Will ihre Freunde kennen lernen
Und muss sie teilen mit anderen Kerlen
Er will sie beschenken
Und sie wird ihn in eine andere Richtung lenken
Er will die nächste Etappe starten
Sagt er es jetzt, wird er für immer auf sie warten
Er will sie beschützen
Sie wird sich niemals auf ihn stützen
Er will siegen in diesem sinnlosen Kampf
Für sie nur ein weiterer Krampf
Sagen zu müssen, wie sie fühlt
Bevor sie sich die Gedanken wegspült
Drum sagt er am Besten gar kein Wort
Und lässt sich führen an ihren Ort
An dem Liebe keinen Stellenwert kriegt
Weil die Liebe überall hier liegt

Tender

Bewegung in jeder Richtung
Aufbegehren als Spiel der Dichtung
Und ringsherum fallen alle Flaschen herunter
Und vorne links wird man durch fragwürdige Substanzen munter
Eine Blonde benommen vom Licht
Tanzt sie sich das Brennen von der Seele, fern von jeglicher Pflicht
Eine schillernde Person betritt den Flur
Haftend am Karma das betörend mit ihr schwingt
Wissend dass sie die nächsten Stunden nicht einsam swingt
Bebende Riffs, kaputte Untersetzer und ausgekippter Gin
Zwielichtigkeit in der nicht nur ich festgehalten bin
Jedes Wochenende auf ein Neues in der Nacht verewigen
Sich Vorurteilen, Beklemmungen und Ängsten entledigen
Mit dem Öffnen dieser Tür ein Betreten weit fort
Neben Getränken und Accessoires regiert hier nur das Wort
Was für ein paradiesischer Ort
Menschen verächtlich in der Bahn hier gemeinsam trinkend
Für ein Bild des Spott in die Handykamera winkend
Mit jeder Stunde steigt der Drang, Lebendiges zu tun
Am Morgen danach an der hübschesten Schulter zu ruhen
Nach Mitternacht ist die Stimmung so gehemmt
Dass man von Geschichten anderer schlemmt
Manche jedoch für sich ohne dass jemand ihren Namen nennt
Sind die Gedanken, die man dann hat tatsächlich so fremd?
Und hier erneut das Kriegsfeld, wofür zu wenig Verteidigung
Fertig vom Bier und der vorletzten Beleidigung
Ärgernis und Hass für all diese Fratzen
Wir wollten niemals in jenes Dasein platzen
Das Jucken in den Fingern, die Bereitschaft an der Gehirnwand zu kratzen
Hier kann es keiner mehr stoppen
Wir werden uns durch das gesamte Etablissement kloppen
Sobald die Sonne ihre ersten Strahlen wirft
Auf der nächsten Hitzewelle davon gesurft
Eine Nacht, rot markiert im Kalender
Der nächste Tag an dem ich wieder unerkannt durch die Straßen schlender
Don’t love me tender, don’t love me tender

Nur Berlin part 4 ~~ the end

Ach wie lebenshungrig ich mich fühle
Trotz zwei schlaflosen Nächten
Was wenn wir sie sinnvoller verbrächten?
Nach viel Kaffee später dann
Die Sonne ist noch nicht richtig aufgegangen
So dass man sie zwischen deinen Prunkbauten noch nicht erkennen kann

B an der S
Bis ich dich vergess’

Ich sehe mich wieder mit Tasche und Augenringen
Kopfhörer im Ohr bei Instrumentalsongs mitsingen
In acht Minuten fährt der Bus
Ich werde gehen ohne Abschiedskuss
Alles, was meine roten Lippen jetzt noch berührt
Eine letzte Zigarette für die nächsten Stunden
Alsbald habe ich meinen Bestimmungsort gefunden
Das habe ich schon in der letzten Woche gespürt

Berlin, Berlin
Bis ich dich verdien’

Roland schmeißt den Motor an
Der CO² Ausstoß reicht bis an meinen hinteren Platz heran
Ein nichtiger Teil meiner Reise führt noch durch Berlin
Gottgehasste Heimatstadt, ich habe dir soeben verziehen
Deine Bürger sind auf ihren Rädern unterwegs
Voll Wehmut vertilge ich aus meinem Proviant einen Schokokeks
Das erste Licht bettet sich auf deine U-Bahneingänge und Sackgassen
Wir rasen vorbei am ICC
Nun habe ich dich verlassen
Und abstruserweise tut es zum ersten Mal weh

Bln. Bln.
Lass mich pennen

Doch irgendwo kommt’s ja her, dass wir so größenwahnsinnig sind
Gott sei Dank
Himmel oh Herr
Geboren in der DDR als Großstadtkind
Lokalpatriotin
Avantgarde Vorbotin
Verankert in den Hinterhöfen Friedrichshains
Ob ich jemals ein Viertel so lieben kann
Nein keins.
Und trotz all der guten Argumente
Träumerischen Gedankenmonumente
Fahren wir grad die erste Raststätte an

Boomtown, Boomtown
Lass mich über den Tellerrand schauen

Immerzu wenn ich reise
Beginnt der Augenblick, in dem ich dich preise
Dabei dachte ich stets; ich verachte dich so sehr
Warum in aller Welt gibst du mir nicht mehr?
Meine Liebe, meine Freunde, meine Buchstaben
Wie wir nachts betrunken umhertraben
In den städtischen Parks kann ich nach Kindheitserlebnissen graben
Und jedes Jahr reißt du tiefere Narben
Doch hier und auch jetzt werde ich dir vergeben
Für ein grell ausgesaugtes Leben
Diesmal echt für immer

Kaputt! Machst du mich
Ich kann nicht ohne dich
Organize my life

Schreit es aus meinem verwüsteten Hotelzimmer
Ich werde letzten Endes wohl doch mit dir reif

...___....

Netzwerke sind verkabelt
Kinder veradelt
Mein Ökotraummann grad davon geradelt

Sonntag, 27. April 2008

Like whatever...like I don't care...like vacation

Ich bin weg
Aus dem Dreck
Ich bin weg
Von dem Dreck
In einem Versteck
Fern von all dem Dreck
Nur noch schnell den Rucksack packen
Ein Stift und ein paar unbeschriebene Blätter weißes Papier
Ganz bald bin ich nicht mehr hier
Und wenn ich wieder da
Ist hoffentlich nichts mehr wie es vorher war
Vorbei an Wäldern mit Bäumen
Beginne ich schon von einem anderen Leben zu träumen
Eine Landstraße verhilft mir zum großen Glück
Und ich wünschte ich müsste niemals mehr zurück

Mittwoch, 16. April 2008

My heart fell on your feet

Nach nächtelangem Heulen muss ich mir die Augen reiben
Denn ich kann mir die Zeit mit nichts als Gedanken an dich vertreiben
Keine vernünftigen Sätze zu Stande bringen und schreiben
Und hier spüre ich dich so sehr
Überhaupt gar nicht mehr
Ein Schmerz, der auffrisst weil er so beschissen tief sitzt

Hilflos wie ein kleines Kind
Verflucht, weil wir beide nun so einsam sind
Ich kann mich einfach nicht ablenken
Das Vermissen einfach nicht senken
Nicht nicht an dich denken
Ich habe dein Bild vor meinen Augen
Immer, immer und immer wieder
Kräfte, die mein Herz aussaugen
In meinem Recorder die seit Jahren trübsten Lieder
Und jetzt kommt die Frage, die ich viel früher hätten stellen sollen
Ob wir unser Leben miteinander verbringen wollen

Waren die letzten Monate wie ein Traum?
Warum bin ich aufgewacht
Und warum kann ich nicht mehr schlafen in der Nacht?
Habe ich mir das alles so ausgesucht?
Wohl kaum
Wohl kaum
Du hast mich verflucht
Und ich habe mich bemüht
Unsere Liebe wie eine Rose, die nicht mehr blüht
Und mir ist nicht nach Schokolade essen
Ich will deine wunderschöne Stimme endlich vergessen

Dein Duft hat sich in meinem Zimmer fest gebissen
Deine Bilder bleiben an meiner Tapete
Ich habe es mir anders ausgemalt musst du wissen
Und es ist nicht weiter schlimm, wenn ich mich verspäte
Denn genau jetzt ist ohnehin alles scheißegal
Übermorgen werfe ich unseren Bilderrahmen vom Regal
Ohne dass jemand das Böse beim Namen nennt
Dagegen gesträubt haben wir uns vehement
Würde sich ein Umzug denn tatsächlich lohnen?
Oder kann ich einfach weiter in deinem Herzen wohnen

Es regnet
So wie immer in den letzten Tagen
Es wird schon alles werden höre ich die Leute sagen
Und wenn ich mit dir meiner Vollkommenheit begegnet’?
Doch in naher Zukunft schau ich durch dich durch
Weil du dann jemand Anderes bist
Nicht mehr die große Liebe, die auf meinem Bett sitzt

Metal heart läuft auf Repeat
In diesen verloren Stunden ertrage ich nur dieses eine Lied
Und was, wenn ich hier bliebe
Weil ich dich liebe?
Die Sonne muss auch gar nicht mehr scheinen
Lasst mich nur noch ein bisschen weinen
Klopft nicht an meiner Tür, wählt nicht meine Nummer
Das was ich habe, das nennt man Liebeskummer

Dienstag, 15. April 2008

~~JFK~~

Wir standen einfach nur da. Und nahmen auf. Ich saugte alles auf.
Die bedrückend hohe Luftfeuchtigkeit, die uns nach Öffnen der Schiebetüren des Airports wie eine unsichtbare Welle entgegenkam. Ich konnte sie spüren; ich konnte sie fast anfassen. Es war das sprichwörtliche Abtauchen in eine andere Welt. Und ich wünschte mir in diesem Augenblick so stark, dass die Türen hinter mir verschlossen blieben und ich nie wieder fortmüsste aus dieser Welt, die ich da eben betrat.
Und dafür war ich bereit zu sterben.

Mittwoch, 9. April 2008

Indeed six glasses of water but seven years

Das Alter als Grund zum Austoben?
Wenn dem so, sind wir erneut ganz oben
Aber jetzt läufst du allein die Straße entlang
Trotz Seelenkatarrh ein leichter Gang
Sonnenstrahlen blenden deine Sicht
Immer früher gibt es jetzt Tageslicht
In einem Übergang zwischen kalt und warm
Darauf vorbereitet mit einer Jacke überm Arm
Ganz plötzlich hältst du inne und denkst daran
Wie losgelöst und glücklich wir alle im Sommer waren
Ausschlafen und zum See fahren
Leben
Ohne Kompromisse davon schweben
Bedenkenloses Geben
Gibt es seither tatsächlich so große Unterschiede?
Und du stellst fest, eigentlich hättest du es besser wissen müssen
Kein Schutz vor unüberlegtem Handeln
Abhängig von deinen Küssen
Und jederzeit würden wir wieder anbandeln
Wenn die Schmetterlinge in meinem Bauch ganz aufgeregt umherfliegen
Schließe ich meine Augen und sehe meinen Körper an deinen schmiegen
Unsere Herzen sich in Reinheit wiegen
So lass doch nur ein einziges Mal die Liebe siegen
Da deine unbändigen Locken
Mit meiner Heiterkeit frohlocken
Dinge in der Ferne sollen mich schocken
Doch ich resigniere und versuche abzublocken
Bliebest du hier
Dennoch ein eingerissenes Blatt Papier?
Dennoch soviel Respekt vor dir!
Eine Unterhaltung wie Urlaub auf Sardinien
Aber wir sind nur die Außenlinien
Wenn du garantierst, dass alles funktionieren wird
Bin ich die Letzte, die deiner Farbendichte stirbt
Es ist nicht so, dass ich nicht an dich denke
Sprichst du drauf los
Nur dass ich mein Leben nun in andere Bahnen lenke
Zu verhängnisvoll und zu groß
Zu gefährlich, so famos
In meinem achtsamen Seitenblick
Die Sehnsucht fabriziert
Im Umsetzen blamiert
Die Warnzeichen ignoriert
Bis sich einfach jeder verliert
Gott, was waren wir darin talentiert
Selbst verliebt auf und davon stolziert
Was ist hier eigentlich gerade geschehen?
Und wenn wir uns das nächste Mal auf der Straße sehen
Sie im Arm
Ich an der Hand
Niemals vergessen, was uns einst verband

Sonntag, 6. April 2008

A short poem about the fucked up situation when you're in love with a stubborn one

Zerschlagen ist er
In Trümmern liegt er jetzt der Plan
Was er auslöst nur die Scham
Denn um 12:49 Uhr packt mich eine fällige Kraft am Arm
Beide können nicht glücklich sein
Einer wird einsam sein
Ich habe nicht mehr viel
Ganz gleich wie hoch der Einsatz
Du verlierst das Spiel
Ich verabschiede mich mit den Worten
„Es wird Zeit zu gehen!“
Dabei weiß ich schon jetzt
Es lohnt sich ohnehin nicht aufzustehen

Another good reason to have a driver's license

Die Bahn tuckert und tuckert vor sich hin; nein ich hab’s nicht eilig. Obwohl ich den ganzen langen Tag Musik gehört habe und Künstler hören musste, die ich nicht leiden kann (das neue Album von REM ist ein sehr authentisches Beispiel hierfür) krame ich meinen iPod aus meiner Tasche, deren Boden mit Tabakkrümeln übersät ist. Und selbstverständlich habe ich keinen einfachen, normalen MP3Player, sondern einen Apple. Let’s go on with the show…an der Jannowitzbrücke steigt eine stark geschminkte Frau ein. Tussi. Sie mustert mich mit dem fragenden Blick, wie es sein kann, dass jemand gut aussieht ohne 50 Euro im Monat für Kosmetika ausgeben zu müssen. Schlussendlich setzt sie sich auf einen freien Platz direkt gegenüber von mir. Überhaupt sind um uns herum viele Plätze frei. Sie wühlt ungeduldig und Aufmerksamkeit erhaschend in ihrer Leder-Schlampen-Tasche. Zum Erschrecken aller Beteiligten holt sie ein Buch heraus, den Titel sowie Autor kann ich leider nicht einsehen. Es kann also auch sein, dass es ein Handbuch zum richtigen Tragen falscher Werte ist. Sie scheint vertieft in das, was sie tut. Vielleicht starrt sie auch nur auf die einzelnen Seiten; insofern sie dies aber tut, tut sie es gut. Was macht diese Person wohl beruflich? Parfümerieangestellte…weiter komme ich mit den Vorschlägen zu meiner eigenen Frage nicht. Ich skippe ein Lied weiter mit meinem zerkratzten iPod.
iPods sind aussagekräftig!
Bahnhof Warschauer Straße; hier steht die S-Bahn immer ewig, wahrscheinlich weil der Fahrer Schiss hat, jemand Besoffenes mitschleifen zu können bei der Abfahrt…was soll’s.
Ein dicker, graubärtiger Mann betritt den Waggon, lässt seine abwertenden Blicke kreisen, bis er sich schließlich an dem stark geschminkten, lesenden Parfümeriemädchen fest guckt. Und sich mit seinem schweren, imposant wirkenden und ebenfalls aus Leder hergestellten Handgepäck neben sie setzt. Sie würdigt ihn keines Blickes. Meine Sympathie für sie steigt sekundenschnell in ungeahnte Höhen.
Er überschlägt seine keulenartigen Beine. Abartig. Er trägt einen zerknitterten Mantel, darunter erkennbar ein Jackett, Krawatte, Hemd. Sicherlich mit immensen Schweißflecken. Seine Tasche stellt er weder auf den Boden, noch auf seinen Schoß, sondern auf den Sitz zwischen sich und der parfümierten Schminkewurst.
„Best known for burning bridges“ schreit es aus meinen Kopfhörern.
Der eklige Typ mit angefressenem Wohlstandsbauch zieht die Alte mit seinen Blicken fast aus. Ich spüre Galle in meinem Hals. Sicher ist er irgendwas verbeamtetes von Berufswegen her. Sicher fährt er in seinem Urlaub nach Thailand.
Er öffnet seine Tasche
Und
Holt ein Buch hervor.
Ist das ein Code für irgendwas in einer Welt, die ich nicht kenne?
Oder nicht kennen soll?
Nicht kennen darf?
Nicht kennen will!
Mit seinen Wurstfingern, von denen sein teurer Ehering vermutlich nicht mal mehr mit Öl abzustreifen geht, blättert er abgelenkt auf den Seiten herum, in denen er das letzte Mal, als er so tat, als würde und könne er lesen, ein Lesezeichen platzierte. Es scheint mir, als lese er einen Satz, spüre aber einfach wieder zu stark diese erotisierende Schwingung; ja fast schon wie ein Aphrodisiakum , die von der schminkenden Parfümmutti ausgeht….selbstredend nur seinetwegen….seines animalischen Anmut wegen…und müsse dann direkt wieder einen Brechen auslösenden Blick zu ihr werfen. Ich werde das Gefühl nicht los, in einem Schmierentheater zu sitzen. Wenn der sittenlose Puffopi Arzt wäre, würde er seinen jungen Patientinnen garantiert immer derart auf die Pelle rücken, dass er sein Skrotum (mein Gott, oder beide) an deren Beine schmiegen kann.
Warum tut die Olle eigentlich nichts? Die muss das doch mitkriegen. Das beweist jedenfalls, dass sie nicht sehr konsequent ist, denn jede anspruchsvolle Frau hätte sich mit einem vernichtenden Augenaufschlag längst weggesetzt. Oder einen spitzen Spruch gerissen.
Wie diese Geschichte wohl weitergeht? Frage ich mich.
Leider muss ich nun aussteigen und diese lustige, illustre Runde verlassen.
Mich hat der Dreckskerl übrigens kein einziges Mal angeschaut.
Dabei habe ich doch auch eine Ledertasche.

Montag, 10. März 2008

Sitzt Jesus am Spielfeldrand oder: Spiel des Lebens

Auf dem gewohnten Stuhl nehme ich Platz
Verfasse zittrig den ersten Satz
Das Gedächtnis beginnt zu kreisen, mir wird heiß
Kann meinen Blick nicht abwenden, ich spüre den Schweiß
Schlage den Duden auf, denn ich habe einfach zu wenig Ahnung von dem Scheiß
Die Blumen sprießen
Die Bäche fließen
Ich begegne einem nächsten Verbrecher, den sie gestern freiließen
Oder ist er geflohen?
Aus einem Gebäude, in dem sie Unschuldigen mit Schlagstöcken und Entzug von Essen drohen
Sein gutes Recht wäre es
Unser gutes Recht wäre es, ihn weggesperrt zu wissen indes
Was ist das nur für eine kranke Welt
Kein Hund, der beißt, bellt
Und wir wurden alle hier rein geboren
Gehen alle wieder irgendwann verloren
Im großen Schwarz, im großen Nichts
In der Semantik des Lichts
Ich beanspruche nur ein paar tiefe Saxophonklänge
Bis ich im Gedankenmeer fest hänge
Keine Melodien, keine himmlischen Gesänge
Nur wenige Gesichter stechen hervor aus der Menge
Ich muss mich konzentrieren
Die Menschen fangen an zu penetrieren
Und da kommt mir die unbequeme Ahnung auf
Die wie eine offene Wunde vor meinen Augen nun klafft
Ist ein Gesellschaftsspiel tatsächlich ein Zeitvertreib?
Denn wenn ich mir dieses Wort gründlich einverleib’
Ist es vielmehr ein Spiel mit der Gesellschaft
Alle sind wir amüsante, kleine Figuren
Scheinbar imposante Signaturen
Die einen rot, die anderen blau
Wer zwischen den Zeilen lesen kann, weiß es jetzt ganz genau
Rot wie das Blut, mit besitzergreifenden Stern
Hätten eine andere Führung gern
Blau, welche nicht weit kommen und besoffen im Bau
Manche hart wie Eisen, geschnitzt aus Holz
Viel zu viele dehnbar wie billiges Plastik
Jeden Tag werden wir in die Rotation gewürfelt wie Elastik
Macht man es mit oder lässt man es bleiben
Setzt man aus oder lässt man sich treiben
Ich zünde den Blunt an und fange an zu schreiben
Sinniere kurz und stelle die Fragen
Wie kann sich die Jugend heute selbst ertragen?
Noch hocken sie auf der Auswechselbank mit flauem Gefühl im Magen
Aber was soll aus denen nur mal werden?
Zu jung zum Denken, zu dumm zum Sterben
Die Fernsehanstalt signalisiert: ihr könnt alles machen
Besonders durchgeknallte Sachen
Ein Abklatsch von Videoclips auf MTV
Gesund erwachsen wird diese Generation doch sicher nie
Und wie sollen die verlorenen Seelen einmal arbeiten?
Und zum Teufel wo?
Oder entwickeln sie bald neue Jobs und so?
Muss ich mich mit grad mal 21 Jahren ängstlich zeigen?
Mich gar vor dieser intellektuellen Ohnmacht verneigen
Und verdammt noch eins; wo sind all die richtigen Leute
Jeder einzelne so bescheuert heute?
Kopf oder Zahl
Kopfzahl
Lassen sich alle verbiegen
Lassen wir uns alle belügen
Individualität ist schrecklich gern gesehen
Doch dass dadurch alle gleich aussehen
Ist irgendwie schwer zu verstehen
Jemand hat die Fäden in der Hand
Aber dieser jemand bleibt gut unerkannt
Am Spielfeldrand
Jeder achtet auf den nächsten Zug
Kämpft sich durch mit Lug und Trug
Außen vor, wer nicht freiwillig rumhurt
Wahrscheinlich ist es so, wie Amy Winehouse neulich sprach
„Die Welt ist eine Totgeburt“

Dienstag, 26. Februar 2008

Sometimes I just don't care

Ungewohnt wie eine neue Begebenheit
Vertraut wie die Erinnerung, die plötzlich aus einem schreit
Und so war es auch heute
Genervt von stupiden Gesprächen dummer Leute
War es die Verführung, vor der ich mich nicht mehr scheute
Denn wenn man alles verloren glaubt
Wird die Selbsteinschätzung als Erstes geraubt
Folglich ist es egal, was man nicht tut und was doch
Das Wissen, man kriecht schon irgendwann aus dem Loch
Was man jetzt noch seinen Alltag nennt
Es sich sehnlich wünscht, aber trotzdem nicht anders kennt
Nur so sein wie du wirklich bist
So kompliziert
Wenn hier kein Platz dafür gegeben ist
Mach ich es heute, mache ich es immer wieder
Ein Kreislauf wie die immer gleichen Lieder
Und auch wenn Winter ist, gilt das nicht als Entschuldigung
Für eine falsch bewertete Huldigung
Zu wissen wer du bist
Aber noch nicht, wann die Zeit dafür gegeben ist

Loose ends

Du weißt ganz genau; das hier ist nur eine Hülle
Mein Ich in nur halb glänzender Fülle
Da ich schon längst woanders bin
Einzig meine Füße tragen mich noch über hiesige Straßen
An denen wir als einst vollkommene Menschen saßen
Ich will die Tage so schnell wie möglich beenden
Ich will, dass mich endlich verdammte Lichter blenden
Postkarten mit fröhlichen Wörtern an dich senden
Ich will das Ende; ich will den Schluss
Ich will den Schnitt im Überdruss
Ich will mich sehen in Schnee eingedeckt
Den Schlüssel eben in die Handtasche gesteckt
Vollste Herzensruhe, weil hier keiner aneckt
Man sich gegenseitig mit Hingabe ansteckt
Endlich kein Leben auf Probe mehr
So unfassbar freudestrahlend, dass ich kaum noch ahne
--- wie kam ich eigentlich mal her?

Manslaughter without touching

Deine Augen sind tot
Meine Hände drangsaliert rot
Es war die Aussicht, die sich uns bot
Nach den Sternen greifen
Und dabei unwissentlich reifen
Ich sehe alles nur noch verwischt an mir vorbei schweifen
Wie lange wird es dauern, bis wir es begreifen?
Wir hatten alles und nichts ist mehr da
Jeder ist dort, wo er am Anfang schon war
Gedanken um ein Jahr
Es ist die Panik, die mich nicht davor bewahrte
Es ist die Hoffnung, auf die ich grübelnd warte
Es ist so mehr, was ich daraus erwarte
Der Zug über die Gleise
Jede Nacht auf die gleiche Weise
Geschätzt und dennoch scheinbar surreal
Meine Gründe sind hoch gewogen wie auch banal
Bade dich in Unschuld
Die Geschichte wie ein nicht benannter Kult
Gezeichnet von diebischer Ungeduld
In vorgetäuschten Sicherheiten eingelullt
Ich kann nicht geben, was auf meinem Weg
Es sind die Steine, die ich hier leg
Du stolperst und ich falle
Schreie ohne Widerhall in einer menschenleeren Halle
Hilflos und am Boden
Unerhört ganz oben
Die Ziele haben sich verschoben

Mittwoch, 13. Februar 2008

Mind on a plane

Wie sehr ich mir wünschte nicht fort zu müssen
Die Sehnsucht umrahmt von unüberwindbaren Flüssen
Deine Lichter sind die Musen, die mich küssen
Manchmal verächte ich sie
Was glücklich macht, bekommt man nie
Doch die meiste Zeit bist du meine Zuflucht
Wie eine wunderschöne, nie endende Sucht
Die Fotos und die Bilder
Reisebusse und Straßenschilder
Kleinigkeiten geben ungemein viel
Bis ich sterbe, spiele ich das Spiel

You can be touched

Die gleiche Sache zu unterscheiden in zwei Sektoren
Der Eine hat sich unaufgefordert in dieser Welt verloren
Der Andere es niemals als sein Ziel erkoren
Welche Gruppe wohl wichtiger ist
Die, in der du dich aufhältst und bist
Aufgrund welcher du dich mit deinen Mitmenschen misst
Aufgrund welcher du Normen, Regeln und Ziele vergisst
Ist es ein Lebensumstand, der dich erfreut und mit dem du lachst
Ist es Schicksal und das Einzige was dir bleibt und du hast
Ist es Ernst oder ist es Spaß
Ist es latent oder bringt es dir tatsächlich was
Mich zuzuordnen fällt nicht schwer
Da ich die andere Gruppierung hasse so sehr
Dass die Weichen gestellt ist zu lang her
Zu welcher Tageszeit weiß ich nicht mehr
Warum allerdings nur allzu sehr
Tradition geht über Perfektion
Knietief darin war ich nach wenigen Wochen schon
Endlich Zuflucht und Vertrauen
Wörter und Schätze bauen
Längst keine Verbindung zwischen Verständnis und Verstand
Doch bei ihm bekam ich Beides, er nahm mich an die Hand
Seine dunklen Gefilde waren wohin er mit mir verschwand
Seine unerbittlichen Prüfungen und die Hölle in die er mich verbannt
Eiskalt und belehrend zeigte er mir wahres Land
Wo ich sein kann und noch immer bin, was ich zu meiner Bestimmung ernannt
Jenes, was ich als alleiniges Lebensrecht anerkannt
Die Realität war das Pfand
Für meinen Geist, den ich in dieser Umgebung endlich wieder fand
Denn katastrophaler noch als nächtliche Dunkelheit
Ist das Dunkel was aus mir schreit zu jeder Zeit
Und auch wenn niemand weiß wovon ich spreche
Weil ich hier mit Vorstellungskräften breche
Gebe ich das alles nie wieder weg
Gehe ich nie wieder zurück in diesen Dreck
Und bleibe für ihn und für mich
In diesem Globus, diesem Landstrich
In dem für mich die Trauer wich
Da ich letzten Endes angelangt
Erreicht, wovor ich all die frühen Jahre gebangt
Nicht zu wissen, wo man ist und was man zu sein
Der Kopf ist frei und die Seele rein
Von Amaru und den Anderen
Häuserschluchten und Seelenwanderern

Van unknown

Die Häuser sind rot
Drinnen wohnt der Tod

Innere Zerrissenheit
Geprägt von nicht Dazugehörigkeit

Und das ist meine Stadt
Die keinen Platz für mich hat

Aber heute nennst du mich kleine Poetin
Weil ich offensichtlich nach nichts Anderem bestrebt bin
Doch was innen drin, das ahnst du nicht
So widme ich dir einfach ein Gedicht
Von einem Kind gelernt den frühen Verzicht
Von Spielzeug, Hingebung und einem warmen Gericht
Und deshalb brauche ich Leute wie dich nicht

Aus unbekannter Feder gezeichnete Jugend
In der Schlaflosigkeit gebracht zur Tugend

Sonntag, 10. Februar 2008

Gold for the price

Und weil niemand seine Trauer nennt
Ist es das, was uns möglicherweise trennt
Da niemand des Anderen Schmerzen kennt
Ist es die Routine, in die man sich so leicht verrennt
Sonne, Mond und Sterne
Bei dir bin ich so gerne
Haben tust du mich trotz alle dem nie
Mein Liebling, das ist die Dramaturgie
Was in meinem Kopf bleibt dir verschwiegen
Am Ende wirst du über die Stille siegen
Alles, was dir verwehrt
Ist was meinen Weg so erschwert
Deine Energie, von der sich Unverständnis ernährt
In die Nacht zu grellen Lichtern eintauchen
Werden wir morgen noch wissen, was wir wirklich brauchen?
Verträumt beobachte ich dich von oben beim Rauchen
Mein Interesse nur auf dich gelenkt
Du der Mann, der mir Gewissheit schenkt
Ich die, die dich auffängt
Der Wein wird zu unserem Glück geschwenkt
Wunderschön dein Bild
Wunderschön das Düster gestillt
Hand in Hand um die Welt
Rastlosigkeit, die das Ideal entstellt
Doch du der Anker, der mich hält
An einer Holzbank im blätterlosen Park vorbei
Hier sind wir zwei
Und wir werden bleiben
Immer weiter sinnlose Sätze schreiben